Junger Literaturpreis S.-H. 2024: Matthias Eckstädt

Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de sind in diesen und den n√§chsten Wochen die Preistr√§ger*innen des vom Freundeskreis des Literaturhauses Schleswig-Holstein e.V. ausgeschriebenen Jungen Literaturpreises S.-H. 2024 zu h√∂ren. Der 20-j√§hrige Matthias Eckst√§dt aus L√ľbeck gewann mit seinem Text ‚ÄěLautlos‚Äú den 2. Preis, den er hier vom 17. bis 30.6.2024 liest. Die Aufnahme entstand im Rahmen der Preisverleihung am 24. April 2024 im Literaturhaus S.-H.


Aus der Laudatio der Jury: ‚ÄěDer Autor erz√§hlt mit ruhiger, unaufgeregter Sprache von der Stille nach dem Sturm. Louis, der Protagonist, hat einen langen, langen Traum getr√§umt, der so schrill und laut war, dass er daraus erwacht ist. Nun findet Louis sich zwischen Himmel und Meer, und da ist nur noch Stille.

Die Situation w√ľrden andere Menschen als Bedrohung empfinden. Louis selbst w√ľrde einem da wohl widersprechen: Die ‚ÄôTrag√∂die‚Äô wird f√ľr ihn zum Befreiungserlebnis. In dem Moment, von dem die Geschichte erz√§hlt, ver√§ndert sich Louis‚Äô Blick auf die Welt. Zitat: ‚ÄôEr schaut in den Himmel und so wie das Meer den Himmel spiegelt, sieht er auch sich und sein Boot im Himmel gespiegelt. Er schaut von oben herab und sieht einen gl√ľcklichen jungen Mann.‚Äô

Himmel und Meer sind Abbilder voneinander; sie gleichen einander. Was in der Geschichte im Meer passiert, findet sein Spiegelbild im Himmel. Diese Idee ist einfach, aber sie ist auch unglaublich schön. Sie wird vom Autor mit ruhiger Sprache ausgearbeitet und intelligent umgesetzt. Sogar die Wellen werden im Himmel abgebildet in Gestalt eines kreisenden Seevogels. Das Geschick bei der Entwicklung dieses Bildes ist aber gar nicht das eigentlich Bemerkenswerte an der Geschichte. Die Idee von Himmel und Meer, die einander spiegeln, ist deswegen so schön, weil sie es erlaubt, Bewegungen umzudeuten.“

Die Texte aller diesjährigen Preisträger*innen sind nachzulesen unter: www.flsh-kiel.de.

Foto: Nicola Paustian