Eva Menasse

Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de liest Eva Menasse aus ihrem im August 2021 bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Roman „Dunkelblum“. Die Aufnahme entstand im Rahmen einer Lesung am 18.1.2022 im Literaturhaus Schleswig-Holstein.



Keiner will darüber reden, aber die dunkle Vergangenheit lässt sich nicht länger verbergen. Im Herbst 1989 kommt ein älterer Mann aus Boston nach Dunkelblum im Burgenland, auf den ersten Blick eine (fiktive) Kleinstadt wie jede andere. Er scheint sich für Ereignisse in den 1930er- und 1940er-Jahren zu interessieren, über die niemand reden will, denn hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ihr Wissen um das Ereignis verbindet die älteren Einwohner seit Jahrzehnten – genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. Doch wie in einem Spuk tauchen nun ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende Spuren des alten Verbrechens auf – und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie längst für erledigt hielten.

Verdrängen, bis man vergisst: Eva Menasse seziert in „Dunkelblum“ österreichische Verdrängungskultur vom Zweiten Weltkrieg bis heute – mit lohnenden Erkenntnissen.

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman „Vienna“. Es folgten Romane und Erzählungen („Lässliche Todsünden“, „Quasikristalle“, „Tiere für Fortgeschrittene“), die vielfach übersetzt und ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischen Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und dem Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Sie lebt seit über 20 Jahren in Berlin.

Wikipedia ĂĽber die Autorin

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Foto: Jörg Steinmetz

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