Nicol Ljubic

Am Literaturtelefon unter 0431/901-1156 und www.literaturtelefon-online.de liest der Chamisso-Förderpreisträger 2011 Nicol Ljubic aus seinem 2010 bei Hoffmann & Campe, Hamburg erschienenen Roman „Meeresstille“. Die Aufnahme entstand anlässlich seiner Lesung im Literaturhaus Schleswig-Holstein am 22.5.2012.

Ljubic stellt in seinem jüngsten Roman die Frage, ob die Liebe zweier junger Menschen eine Brücke bauen kann über Schuld und Trauma nach dem Bosnien-Krieg. Robert, ein in Berlin lebender junger Deutscher mit kroatischen Wurzeln, lernt die serbische Studentin Ana kennen und lieben. Doch Ana wird verfolgt von einer ungeklärten Schuld ihres Vaters, über die sie nicht sprechen kann. Erst nach dem Scheitern der Beziehung erfährt Robert, dass sich Anas Vater wegen eines abscheulichen Kriegsverbrechens in Den Haag verantworten muss, und beginnt eine Reise in die Vergangenheit seiner Familie und die eines ganzen Volkes. Für die Recherchen zu „Meeresstille“, die von der Robert Bosch Stiftung mit einem „Grenzgänger“-Stipendium gefördert wurden, reiste Nicol Ljubic nach Den Haag und verfolgte Prozesse gegen Kriegsverbrecher aus Ex-Jugoslawien.

Nicol Ljubic, geboren 1971 in Zagreb als Sohn eines kroatischen Vaters und einer deutschen Mutter, verbrachte seine Kindheit in Griechenland, Schweden und der ehemaligen Sowjetunion und arbeitet heute als freier Journalist fĂĽr verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und fĂĽrs Radio.

Nicol Ljubic

Für seine Reportagen wurde er schon mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem n-ost Reportagepreis. 2002 erschien sein Debütroman „Mathildas Himmel“, 2006 „Heimatroman oder Wie mein Vater ein Deutscher wurde”. 2012 gab er die Anthologie „Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit“ heraus, in der 17 deutsche SchriftstellerInnen mit Migrationshintergrund von ihren Erfahrungen in Deutschland erzählen und sich zur Debatte über Heimat, Herkunft und Identität äußern.

Verlag: http://bit.ly/SKNO1P

Foto: Gerrit Hahn

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