Silvia Luise Wöhlk

Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de liest Silvia Luise W√∂hlk ihren autobiografischen Text ‚ÄěProf. Dr. Carl Clauberg‚Äú.



Eine brisante Begegnung: 1956 wurde die damals 18-j√§hrige Autorin zu einem Vorstellungsgespr√§ch bei Prof. Dr. Carl Clauberg eingeladen, einem ihr damals unbekannten Mediziner. Clauberg, der als Koryph√§e der Gyn√§kologie galt, war seinerzeit noch in Untersuchungshaft, hoffte aber auf baldige Rehabilitierung und Fortsetzung seiner ‚ÄěForschungsarbeiten‚Äú, obwohl er als SS-Arzt in KZs Experimente an weiblichen H√§ftlingen vorgenommen hatte. ‚ÄěNat√ľrlich nur im Dienste der Wissenschaft …‚Äú Die Begegnung mit dem T√§ter, der zudringliche Avancen macht, ger√§t f√ľr die junge Frau zum nach wie vor traumatischen Erlebnis ‚Äď in einer Zeit, als die T√§ter ihre Taten deshalb so erfolgreich verschweigen konnten, weil kaum jemand davon h√∂ren wollte. Erst 50 Jahre sp√§ter, 2005, hat W√∂hlk in der Anthologie ‚ÄěPOETISCHE PORTR√ĄTS‚Äú der Literaturgruppe EUTERPE √ľber ihre Begegnung mit Clauberg geschrieben.

Silvia Luise W√∂hlk (geb. 1937) verbrachte ihre Kindheit in Berlin und fl√ľchtete nach der Kapitulation mit der Mutter und zwei j√ľngeren Geschwistern zuerst nach Sachsen-Anhalt zum Gro√üvater und von dort illegal nach Kiel zur Familie des Vaters. Sie lebt jetzt (verwitwet, 3 T√∂chter, 8 Enkelkinder) in Felm im D√§nischen Wohld. Nach Gr√ľndung einer eigenen Firma unterst√ľtzte sie ihren Ehemann. Ihre Liebe zum Schreiben, Singen und Malen hat sie nie aufgegeben und hat als Gaststudentin mehrere Semester Niederdeutsch studiert. Sie schreibt und ver√∂ffentlicht (Anthologien, H√∂rfunk, Literarische Zeitschriften, Lesungen) Prosaerz√§hlungen, Lyrik und Kindergeschichten. Aus ihren autobiografischen Erz√§hlungen entstand ‚ÄěZwischen Muttermilch und Rentnerpasss‚Äú (womit sie im November 2009 am Literaturtelefon zu h√∂ren war. Da sie die Kommunikation mit Literaturfreunden sehr anregt, besucht sie mehrere Schreibwerkst√§tten, gr√ľndete 1989 an der VHS Eckernf√∂rde die Schreibwerkstatt ‚ÄěGedankenfilter‚Äú, die sie dort 13 Jahre lang leitete und jetzt seit zwei Jahren auch in Gettorf gegr√ľndet hat. Am Kieler Literaturtelefon las sie seit 1987 mehrfach und m√∂chte heute mit einer brisanten autobiografischen Aufzeichnung einen Beitrag zum ‚ÄěNichtvergessen von Gr√§ueltaten‚Äú leisten.

Foto: ögyr

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