{"id":4,"date":"2012-11-18T21:52:31","date_gmt":"2012-11-18T19:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/?page_id=4"},"modified":"2024-12-29T23:50:17","modified_gmt":"2024-12-29T21:50:17","slug":"startseite","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/","title":{"rendered":"Startseite"},"content":{"rendered":"<h4><b>ACHTUNG:<\/b> Das Literaturtelefon Kiel hat eine neue Website: <a href=\"http:\/\/www.literaturtelefon-kiel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>www.literaturtelefon-kiel.de<\/b><\/a>. Dort finden Sie jetzt die aktuellen Beitr\u00e4ge.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"entry-title\">Bei Anruf Wort<\/h2>\n<div style=\"float: right; margin-left: 30px; margin-bottom: 5px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-543\" title=\"Kieler Rathausturm\" src=\"http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/rathausturm_06-2.jpg\" alt=\"Kieler Rathausturm\" width=\"200\" height=\"348\" srcset=\"http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/rathausturm_06-2.jpg 200w, http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/rathausturm_06-2-172x300.jpg 172w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Mitte der 70er Jahre stie\u00df der Kieler Literatur-Student Michael Augustin in London auf eine Zeitungsanzeige: \u201eDial a poem \u2013 Ruf ein Gedicht an!\u201c Diese Idee begeisterte den jungen Autor so sehr, dass er nach seiner R\u00fcckkehr gemeinsam mit dem damaligen Kulturdezernenten Dieter Opper ein \u00e4hnliches Projekt, das Kieler Literaturtelefon, das erste in Deutschland, ins Leben rief. \u201eTechnisch war das damals nat\u00fcrlich noch nicht so ausgereift, die Texte wurden einfach auf einen Anrufbeantworter gesprochen\u201c, erinnert sich Augustin, von dem der allererste Beitrag f\u00fcr das Kieler Literaturtelefon im M\u00e4rz 1978 stammte. Sp\u00e4ter traf er auch den Gr\u00fcnder des weltweit ersten Literaturtelefons in den USA, John Giorno, der zum Kreis um Andy Warhol geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Kiel war somit <a href=\"http:\/\/www.literaturtelefon-online.de\/?page_id=2794\">vor 46 Jahren<\/a> die erste deutsche Stadt, die ein Literaturtelefon als kulturelles Angebot f\u00fcr literaturinteressierte B\u00fcrger*innen installierte. Viele St\u00e4dte folgten, die meisten gaben aber sp\u00e4testens dann auf, als die Telekom die Literaturtelefone aus ihrem Ansageprogramm heraus nahm, weil sie nicht gen\u00fcgend Geld einbrachten. Die Landeshauptstadt Kiel wollte ihren B\u00fcrger*innen dieses Kulturprogramm per Telefon jedoch erhalten. Seit dem Oktober 2001 betrieb das Kieler Kulturamt deshalb das Literaturtelefon in Eigeninititiative. Die Ziele des Literaturtelefons damals wie heute: F\u00f6rderung von Autor*innen durch Bekanntmachung ihrer B\u00fccher, F\u00f6rderung des Lesens durch Schaffung von Leseanreizen.<\/p>\n<p>Das Literaturtelefon bot und bietet ganz private Autor*innenlesungen, gem\u00fctlich auf der eigenen Couch zu Hause, auf der Bank im Park oder sogar in der Badewanne. Nachwuchsautor*innen stellen sich einem gr\u00f6\u00dferen Publikum vor, bekannte Schriftsteller*innen pr\u00e4sentieren ihre neuesten Werke. Fast alle lebenden deutschsprachigen Autor*innen von Rang und Namen haben dem Kieler Literaturtelefon schon ihre Stimme geliehen, darunter G\u00fcnter Grass, Siegfried Lenz, Peter H\u00e4rtling, Sarah Kirsch und Hans-J\u00fcrgen Heise.<\/p>\n<p>Bislang bot das erste \u2013 und mittlerweile eines der letzten \u2013 deutschsprachige Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431\/901-8888 bei Anruf Wort. Im w\u00f6chentlichen Wechsel konnten Anrufer*innen Ausschnitte aus Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten h\u00f6ren. Die Aufnahmen waren jeweils ca. f\u00fcnf Minuten lang und konnten rund um die Uhr abgeh\u00f6rt werden. Ein Anruf kostete nur den \u00fcblichen Tarif f\u00fcr ein Ortsgespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>16 Jahre wurde das Literaturtelefon von der Mitarbeiterin des Kieler Amts f\u00fcr Kultur und Weiterbildung, Angelika Stargardt, betreut. Nun wird das altmodische Telefon nicht etwa gekappt, sondern durch ein neues Medium erg\u00e4nzt, denn heutzutage tummelt sich die gesprochene Literatur im Internet. War das Kieler Literaturtelefon 1978 das erste am Telefonh\u00f6rer, so ist es seit 2007 eines der ersten im Internet.<\/p>\n<p>Die Kieler Autoren und Literatur-Event-Veranstalter Bj\u00f6rn H\u00f6gsdal und Patrick Kruse, die unter dem Label <a href=\"http:\/\/assembleart.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">assembleART.com<\/a>\u00a0firmieren und die unter anderem das Format \u201ePoetry Slam\u201c in Kiel und dar\u00fcber hinaus etabliert haben, sowie der Kieler Journalist, Autor und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.schwungkunst.de\/wordpress\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Literatur-Blogger<\/a>\u00a0J\u00f6rg Meyer treten als Triumvirat an (seit 2015 nur noch J\u00f6rg Meyer). Sie wollen das Literaturtelefon in eine neue multimediale und global vernetzte Zukunft f\u00fchren. \u00dcber die M\u00f6glichkeiten des Internet wollen die drei vor allem junge H\u00f6rerschaften f\u00fcr das gesprochene Wort gewinnen, jene, die \u00fcber die zwei Kupferdr\u00e4hte der Telekom nicht nur telefonieren, sondern sich weltweit ins Netz klicken. Dabei sollen diejenigen, die sich nach wie vor \u00fcber Dichtung am Telefon freuen, nicht vergessen werden. Seit April 2007 ist das Kieler Literaturtelefon also wie gewohnt unter der\u00a0<strong>Rufnummer 0431\/901-8888<\/strong>\u00a0und zus\u00e4tzlich im Internet unter www.literaturtelefon-online.de erreichbar \u2013 allerdings wechseln die Beitr\u00e4ge nicht mehr im w\u00f6chentlichen, sondern 14-t\u00e4gigen Rhythmus.<\/p>\n<p>Ein Mehrwert, der in Zeiten des Internet nicht mal mehr kostet. Das neue Literatur-Telefon-Trio bietet f\u00fcr das gleiche Geld (rund 2.000 Euro pro Jahr f\u00fcr Autor*innen-Honorare und laufende Kosten, zur Verf\u00fcgung gestellt vom Amt f\u00fcr Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel \u2013 Dank daf\u00fcr!) eine weltweite Erreichbarkeit der Lesungen des Kieler Literaturtelefons \u2013 nebst Vernetzung mit der Web 2.0-Gemeinde und einem Archiv, in dem die Lesungen der Vergangenheit auch \u00fcber den Telefon-Auftritt hinaus h\u00f6rbar bleiben.<\/p>\n<p>Seit das Internet nicht mehr nur ein Empfangs-Medium ist, sondern Empf\u00e4nger*innen zu potenziellen Sender*innen macht (Facebook.com und Youtube.com sind daf\u00fcr nur einige der vielen Beispiele), ist es das universelle Medium f\u00fcr das urdemokratische \u201eJeder kann ein Sender sein\u201c. Die entsprechenden Portale boomen. Das Internet wird das Telefon als Medium der Sprach-Verbreitung abl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Literatur war per Telefon erstmals 1978 \u201eon line\u201c, jetzt wird sie es via Internet noch mehr, n\u00e4mlich weltumspannend. Das Literaturtelefon ist tot? Nein: Es lebe das Literaturtelefon!<\/p>\n<p>Das Literaturtelefon verdankt viele seiner Aufnahmen Lesungen von Autor*innen im <a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-sh.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Literaturhaus Schleswig-Holstein<\/a>. An dieser Stelle bedanken sich die Betreiber des Literaturtelefons f\u00fcr die gute und nun schon \u00fcber Jahre andauernde Zusammenarbeit zweier Kieler Institutionen, die sich f\u00fcr die Literatur in und aus Schleswig-Holstein \u2013 und dar\u00fcber hinaus \u2013 engagieren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ACHTUNG: Das Literaturtelefon Kiel hat eine neue Website: www.literaturtelefon-kiel.de. 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