Feridun Zaimoglu „Leyla“ 26.3. - 1.4.2007
Roman
Kein geringerer als Feridun Zaimoglu beendete die Ära des „alten“ Kieler Literaturtelefons, des ältesten in Deutschland. Unter der Rufnummer 0431/901-1156 las er einen Abschnitt aus seinem letzten Roman „Leyla“ vor. Diese Aufnahme steht nun für Sie im Archiv des „Literaturtelefon online“ bereit.
In dem Buch beschreibt Zaimoglu die lebenspralle, atmosphärisch dichte Entwicklungsgeschichte einer Türkin, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem südostanatolischen Dorf zur Welt kommt, als junge Frau nach Istanbul zieht und schließlich nach Deutschland aufbricht. In der Textstelle geht es um das Bügeln mit einem altmodischen Kohlebügeleisen. Zaimoglu beweist hier, dass er seiner Mutter genau zuhörte, als diese ihm erklärte, worauf es beim Bügeln ankommt. Die Hausfrauentätigkeit ist so exakt dargestellt, dass es schwer fällt zu glauben, dass ein Mann die Szene schrieb.
Feridun Zaimoglu wurde 1964 in der Türkei geboren. 1974 kam er nach Deutschland, machte sein Abitur als Jahrgangsbester und studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel. Er brach das Studium jedoch ab, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen - die richtige Entscheidung, wie sein großer Erfolg beweist. Zaimoglu erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen: Civis-Hörfunk- und Fernsehpreis (1997), Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein (1998), Friedrich-Hebbel-Preis (2002), Inselschreiber auf Sylt (2003), Preis der Jury beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb (2003) und Adelbert-von-Chamisso-Preis (2004), Stipendium in der Villa Massimo in Rom und Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens (2005), Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein (2006). Am 17. April dieses Jahres wird ihm im Münchner Literaturhaus der neu geschaffene Carl-Amery-Literaturpreis des Verbandes deutscher Schriftsteller verliehen. Zaimoglu lebt nach wie vor in Kiel, wo er gerade wieder an einem neuen Roman arbeitet.
Eine Auswahl seiner bisherigen Bücher: „Kanak Sprak“ (1995, Rotbuch); „Abschaum“, Roman (1997, Rotbuch); „Koppstoff“ (1999, Rotbuch); „Liebesmale, scharlachrot“, Briefroman (2000, Rotbuch); „German Amok“, Roman (2002, Kiepenheuer & Witsch); „Leinwand“, Komödie (2003, Rotbuch) und „Leyla“, Roman (2006, Kiepenheuer & Witsch).